Wie man Ingwer anbaut – egal wo man lebt

Das Erste, was man über Ingwer wissen sollte: Es handelt sich um eine tropische Pflanze. Deshalb ist es in kühleren gemäßigten Klimazonen meist nicht möglich, ihn draußen anzubauen.

Mit etwas Planung und Vorbereitung lässt sich jedoch leicht eine geeignete Umgebung schaffen. Ingwer kann problemlos in einem beheizten Gewächshaus oder Folientunnel sowie auf einer sonnigen Fensterbank im Haus wachsen.

Die gute Nachricht: Egal wo Sie leben, Sie müssen kein Gartenexperte sein, um Ingwer anzubauen. Und der Einstieg erfordert keine großen Ausgaben.

In diesem Text geht es darum, wie man Ingwer im gemäßigten Klima anbaut, sowie um einige Hinweise für tropische und subtropische Regionen. Ganz gleich, wo Sie wohnen – ein Versuch lohnt sich.


Was ist Ingwer?

Ingwer ist eine Pflanze mit dem lateinischen Namen Zingiber officinale. Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die vor allem wegen ihres verdickten unterirdischen Stängels – des Rhizoms – kultiviert wird. Dieses ist in der Regel etwa 1,5–2,5 cm dick.

Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 30–100 cm und kann unter optimalen Bedingungen dichte Bestände von rund 1,5 m × 1,5 m bilden.

Sie entwickelt schlanke Pseudostängel (die manchmal ebenfalls genutzt werden) und lange, schmale Blätter. Die Blütenstände sind blassgelb und violett und wachsen auf eigenen Trieben direkt aus dem Rhizom. (In gemäßigten Klimazonen erscheinen sie allerdings selten.)

Ingwer gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie Kurkuma, Kardamom und Galgant. Ursprünglich stammt er aus dem Inselgebiet Südostasiens und wurde vermutlich vor etwa 5.000 Jahren erstmals von den Völkern der pazifischen Inseln kultiviert.

Er war eine der ersten Gewürzpflanzen, die über den Gewürzhandel aus Asien nach Europa gelangten, und ist heute weltweit verbreitet. Die Wurzeln werden frisch oder getrocknet in zahlreichen Rezepten verwendet. Außerdem hat Ingwer eine lange Tradition in der Heilkunde.

Heute ist Indien der größte Produzent, gefolgt von Nigeria, China, Indonesien und Nepal. Dennoch lässt sich Ingwer in vielen Regionen anbauen – sogar in Töpfen – und eignet sich daher gut für den Hausanbau. Interessanterweise kommt er fast nur in Kultur vor und wächst kaum wild.


Warum Ingwer anbauen?

Selbst angebauter Ingwer reduziert Transportwege und damit auch den ökologischen Fußabdruck. Außerdem erweitert er die Geschmacksvielfalt in der eigenen Küche.

Ingwer ist nicht nur ein beliebtes Gewürz für Currys und viele andere Gerichte. Er kann frisch oder getrocknet auf vielfältige Weise verwendet werden.

Darüber hinaus ist er eine interessante Pflanze für alle, die sich für natürliche Heilmittel interessieren. Er wird häufig in der ayurvedischen und chinesischen Medizin eingesetzt und enthält ätherische Öle, Gingerole und (getrocknet) Shogaole.

Bekannt ist Ingwer vor allem zur Linderung von Übelkeit. Er kann aber auch bei Schmerzen, zur Förderung der Durchblutung sowie bei Erkältungen und Husten hilfreich sein. Er wird sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.

Im gemäßigten Klima lässt sich Ingwer gut im Topf ziehen und benötigt daher wenig Platz – etwa auf einer sonnigen Fensterbank oder an einem warmen, hellen Standort.

Im Garten, unter Schutz oder in tropischen und subtropischen Regionen, lässt sich Ingwer auch gut in Mischkulturen integrieren.


Ingwer für die Pflanzung beschaffen

Pflanzmaterial kann online oder in einer Gärtnerei gekauft werden.

Falls keine Rhizome erhältlich sind, kann man auch Ingwer aus dem Supermarkt verwenden. Allerdings werden manche Wurzeln behandelt, um das Austreiben zu verhindern. Deshalb funktioniert diese Methode nicht immer. (Ein 24-stündiges Einweichen kann helfen, wachstumshemmende Stoffe zu entfernen.)

Wenn der gekaufte Ingwer grüne Triebe zeigt, lohnt sich ein Versuch. Hinweis: Je größer das Rhizom, desto schneller wächst die Pflanze.

Achten Sie auf kleine Knospen am Rhizom, ähnlich den „Augen“ bei Kartoffeln – daraus entstehen neue Triebe.


Den richtigen Standort wählen

Der beste Standort hängt stark vom Klima ab.

Ingwer wächst natürlicherweise in feucht-warmen Tropen. Ideal sind Tagestemperaturen zwischen 18 und 29 °C. Er verträgt jedoch etwa 13–35 °C. Bei niedrigeren Temperaturen kann die Pflanze in eine Ruhephase übergehen.

Die ideale Niederschlagsmenge liegt zwischen 1.400 und 3.000 mm jährlich. Beim Anbau in Innenräumen übernimmt man diese Versorgung durch regelmäßiges Gießen.

Am besten wächst Ingwer in gut durchlässiger, humusreicher Erde, neutral bis leicht alkalisch, mit einem pH-Wert von etwa 6–7. In kühleren Regionen ist ein sonniger Standort optimal, in heißeren Gegenden bevorzugt er oft leichten Halbschatten.


Ingwer pflanzen

Im gemäßigten Klima beginnt man am besten am Ende des Winters. In Innenräumen ist eine Pflanzung ganzjährig möglich.

  • Ein feuchtes, humusreiches, aber gut drainiertes Substrat wählen.
  • Rhizomstücke mit Knospen leicht antrocknen lassen, bevor sie gepflanzt werden.
  • So einsetzen, dass die Knospen knapp über der Erdoberfläche liegen.
  • Entweder in Anzuchtschalen oder direkt in den endgültigen Topf pflanzen.

Bodenwärme kann hilfreich sein – z. B. durch Heizmatten. Ist es warm genug, wächst Ingwer auch gut auf einer sonnigen Fensterbank.

Da man ihn wegen der Wurzeln anbaut, sind tiefe, schmale Töpfe besonders geeignet.


Pflanzung in warmen Regionen

In tropischen und subtropischen Gebieten können Rhizome direkt in den Boden gepflanzt werden. Ingwer eignet sich gut für Waldgärten, Baumkreise und andere Mischkulturen.

Er gedeiht im gefilterten Schatten unter Bäumen. Gute Begleitpflanzen sind Kurkuma, Kardamom, Galgant, Hibiskus, Palmen oder Orchideen.


Pflege von Ingwer

Ingwer benötigt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. In Innenräumen ist dies oft eine Herausforderung, besonders im Winter.

Deshalb:

  • regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden;
  • Blätter besprühen;
  • gut drainierende Erde und Gefäße verwenden.

Ideal sind Räume mit höherer Luftfeuchtigkeit, etwa Küche oder Badezimmer.

Während des Wachstums sollte regelmäßig in größere Töpfe umgepflanzt werden. Bis zum Sommer kann ein großer Behälter nötig sein.


Pflege in warmem Klima

Im Freiland ist Ingwer bei geeigneten Bedingungen pflegeleicht. In Mischkulturen unterstützen sich die Pflanzen gegenseitig, während organisches Material und Wasser für eine kontinuierliche Versorgung sorgen.


Ernte

Bei guten Bedingungen ist Ingwer nach etwa 10 Monaten erntereif.

Junger Ingwer kann schon nach 4 Monaten geerntet werden, indem man vorsichtig einen Teil des Rhizoms entfernt. Sein Geschmack unterscheidet sich jedoch von reifem Ingwer.

Im Herbst kann man in gemäßigten Regionen auch kleinere Mengen „Stängel-Ingwer“ ernten.

Die Haupternte erfolgt, wenn die Pflanze vollständig reif ist: Nach 8–10 Monaten beginnt das Laub abzusterben. Nach dem Abfallen der Blätter ist der richtige Zeitpunkt, die Rhizome auszugraben.

Einige Stücke mit Knospen sollten für die nächste Pflanzung aufbewahrt werden. Den Rest kann man vielseitig in Küche und Haushalt verwenden.

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